5 Module, ~90 Minuten. Nach Abschluss erhalten Sie ein druckbares Zertifikat als Kompetenznachweis gemäß Artikel 4 des EU AI Act.
Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist das weltweit erste umfassende Regelwerk für Künstliche Intelligenz. Er wurde am 13. März 2024 vom Europäischen Parlament beschlossen und am 1. August 2024 in Kraft getreten. Ziel ist es, KI-Systeme sicher, transparent und grundrechtskonform zu gestalten – ohne Innovation unnötig zu bremsen.
Wichtig für KMU: Die Kompetenzpflicht nach Art. 4 gilt bereits seit Februar 2025 – unabhängig von der Unternehmensgröße. Jedes Unternehmen, das KI einsetzt oder entwickelt, ist betroffen.
Viele KMU glauben, der EU AI Act richte sich nur an große Tech-Konzerne. Das ist ein Irrtum. Der AI Act gilt für alle Unternehmen, die in der EU tätig sind und KI-Systeme:
Als KMU sind Sie in den meisten Fällen Betreiber (Deployer) – also ein Unternehmen, das KI-Systeme für eigene Zwecke einsetzt, ohne sie selbst zu entwickeln. Typische Beispiele: Microsoft 365 Copilot, ChatGPT, KI-gestützte Buchhaltungssoftware oder automatisierte E-Mail-Filter.
Achtung: Auch wer KI „nur benutzt" trägt Verantwortung. Als Betreiber müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Mitarbeiter die eingesetzte KI kompetent und verantwortungsvoll nutzen.
Verstöße gegen den EU AI Act können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden:
Für KMU gelten verhältnismäßigere Sanktionen, aber das Risiko ist real.
Der EU AI Act folgt einem risikobasierten Ansatz: Je höher das Risiko eines KI-Systems, desto strenger die Anforderungen. Es gibt vier Risikostufen.
| Risikostufe | Beschreibung | Beispiele | Konsequenz |
|---|---|---|---|
| Inakzeptabel | Verstößt gegen Grundrechte oder demokratische Werte | Soziale Bewertungssysteme, manipulative KI, biometrische Massenüberwachung | Verboten – keine Ausnahmen |
| Hoch | Kann erhebliche Schäden an Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechten verursachen | KI in HR-Prozessen (Einstellungen), Kreditscoring, Bildung, kritische Infrastruktur | Umfangreiche Pflichten: Dokumentation, Konformitätsbewertung, Registrierung |
| Begrenzt | Interaktion mit Menschen – Transparenz erforderlich | Chatbots, KI-generierte Texte/Bilder, Deepfakes | Transparenzpflicht: Nutzer müssen wissen, dass sie mit KI interagieren |
| Minimal | Kaum Risiko für Rechte oder Sicherheit | KI-Spamfilter, KI in Videospielen, Empfehlungsalgorithmen auf eigener Plattform | Keine spezifischen Pflichten, freiwillige Verhaltenskodizes empfohlen |
Die meisten KMU setzen KI der Kategorie minimal bis begrenzt ein. Dennoch gibt es wichtige Ausnahmen:
Praxis-Tipp: Erstellen Sie eine Liste aller KI-Tools, die in Ihrem Unternehmen eingesetzt werden (KI-Inventar). Ordnen Sie jede Anwendung einer Risikostufe zu. Das ist die Grundlage für Ihre Compliance.
Folgende KI-Anwendungen sind seit dem 2. Februar 2025 in der EU verboten:
Viele KMU setzen bereits KI ein – oft ohne es explizit als „KI" wahrzunehmen. Hier sind die häufigsten Anwendungsfälle mit ihrer Einordnung nach EU AI Act:
| KI-Tool / Anwendung | Typische Nutzung im KMU | Risikostufe | Pflichten |
|---|---|---|---|
| ChatGPT / Claude | Texterstellung, E-Mails, Recherche | Minimal | Kompetenzpflicht (Art. 4) |
| Microsoft 365 Copilot | Dokumente, Meetings, Zusammenfassungen | Minimal | Kompetenzpflicht, Datenschutz prüfen |
| KI-Spamfilter / E-Mail | Automatische Klassifizierung eingehender Mails | Minimal | Keine spezifischen |
| KI-Chatbot (Kundenkontakt) | Bearbeitung von Kundenanfragen | Begrenzt | Transparenzpflicht: Hinweis auf KI |
| KI-gestütztes CV-Screening | Vorauswahl von Bewerbungen | Hoch | Umfangreiche Pflichten (Anhang III) |
| KI-Bonitätsprüfung | Kreditwürdigkeitsbewertung von Kunden | Hoch | Konformitätsbewertung erforderlich |
| KI-Buchhaltungssoftware | Automatische Kategorisierung, Prognosen | Minimal | Kompetenzpflicht |
Generative KI-Modelle fallen als KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI) unter eigene Regeln des EU AI Act. Für KMU als Nutzer (Deployer) sind folgende Punkte wichtig:
Datenschutz-Hinweis: Geben Sie keine personenbezogenen Daten Ihrer Kunden, Mitarbeiter oder Partner in externe KI-Dienste (ChatGPT etc.) ein, ohne eine geeignete Rechtsgrundlage und ggf. einen Auftragsverarbeitungsvertrag zu haben.
Artikel 4 ist die für KMU unmittelbar relevanteste Vorschrift des EU AI Act. Er gilt seit dem 2. Februar 2025 und verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen dazu, sicherzustellen, dass ihre Mitarbeiter über ausreichende KI-Kompetenz verfügen.
Wortlaut Art. 4 EU AI Act: „Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ergreifen Maßnahmen, um nach besten Kräften sicherzustellen, dass ihr Personal und alle anderen Personen, die in ihrem Namen KI-Systeme betreiben oder nutzen, ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz aufweisen, […]"
Die Verordnung definiert KI-Kompetenz als die Kombination aus:
Das konkrete Kompetenzniveau richtet sich nach dem Aufgabenbereich des Mitarbeiters – ein IT-Administrator benötigt tiefere KI-Kenntnisse als ein Mitarbeiter, der gelegentlich ChatGPT für E-Mails nutzt.
Der AI Act schreibt kein spezifisches Format vor. Empfohlen wird:
Dieses Zertifikat dient als dokumentierter Kompetenznachweis gemäß Art. 4 EU AI Act. Bewahren Sie es in der Personalakte auf.
Wenn Ihr Unternehmen KI im Kundenkontakt einsetzt, gelten zusätzliche Transparenzpflichten:
Als Betreiber von KI-Systemen sollten Sie folgende Dokumente vorhalten:
Beginnen Sie mit einer vollständigen Bestandsaufnahme aller KI-Systeme in Ihrem Unternehmen. Erfassen Sie:
Tipp: Befragen Sie alle Abteilungsleiter nach genutzten KI-Tools. Viele „unsichtbare" KI-Anwendungen stecken in Software-Produkten (z. B. KI-Features in CRM, ERP, E-Mail-Clients).
Eine KI-Nutzungsrichtlinie regelt verbindlich, wie KI im Unternehmen eingesetzt werden darf. Sie sollte enthalten:
Dieser Kurs ist der erste Schritt. Für eine vollständige Umsetzung von Art. 4 empfehlen wir:
Legen Sie einen „AI-Act-Ordner" an (physisch oder digital) mit:
Der KI-Markt entwickelt sich schnell. Planen Sie:
LumaSec unterstützt Sie: Bei der Erstellung von KI-Inventar, KI-Nutzungsrichtlinie und der vollständigen Compliance-Dokumentation. Jetzt Erstgespräch vereinbaren →
10 Fragen – mindestens 7 richtige Antworten für das Zertifikat. Sie können das Quiz beliebig oft wiederholen.
Tragen Sie Ihren Namen ein, um das Zertifikat zu generieren. Drucken Sie es aus und legen Sie es in Ihre Personalakte als Kompetenznachweis gemäß Art. 4 EU AI Act.
hat den Online-Kurs „KI-Kompetenz für KMU" der LumaSec UG erfolgreich abgeschlossen und das Abschluss-Quiz bestanden. Der Kurs vermittelt die für den verantwortungsvollen Einsatz von KI-Systemen erforderlichen Kenntnisse gemäß Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1689 (EU AI Act).